Drei Termine, die Sie auseinanderhalten sollten
Ein Forward-Darlehen ist ein Immobilienkredit, der bereits vereinbart wird, obwohl die Auszahlung erst später vorgesehen ist. Meist soll er eine dann noch offene Schuld ablösen. Sie legen die Finanzierung also vor dem Ende des bisherigen Darlehens fest. Während der Wartezeit läuft der bestehende Kredit weiter.
Tragen Sie drei Termine ein: Abschluss der Forward-Vereinbarung, Auszahlung beziehungsweise Ablösung und Beginn der neuen Sollzinsbindung. Lassen Sie ausdrücklich bestätigen, ab wann die angebotene Bindungsdauer gerechnet wird. Produktbezeichnungen allein erklären diese Zeitachse nicht ausreichend. Die zulässige Vorlaufzeit und weitere Auszahlungsbedingungen unterscheiden sich nach Anbieter. Die ING erläutert das Grundprinzip einer solchen vorgezogenen Zinssicherung.
Vor allem muss das alte Darlehen am geplanten Tag tatsächlich ablösbar sein. Bei einer gesetzlichen Kündigung richtet sich der mögliche Termin nach den Voraussetzungen des § 489 BGB. Die neue Auszahlung sollte auf diesen bestätigten Termin abgestimmt werden. Ein einheitliches Datum verhindert, dass eine vorgezogene Auszahlung unnötige Kosten erzeugt oder eine verspätete Auszahlung eine Lücke hinterlässt.
Was der Forward-Aufschlag bedeutet
Der Preis für die frühe Vereinbarung ist im angebotenen Zinssatz enthalten. Manche Anbieter beschreiben ihn als Aufschlag auf einen Ausgangszins, andere stellen die fertige Kondition dar. Fragen Sie nach dem vollständigen Sollzins, dem effektiven Jahreszins und der Berechnung für Ihren konkreten Ablösetermin. Ein beworbener Aufschlag lässt sich ohne seine Bezugsgröße nicht sinnvoll vergleichen.
Eine reine Rechenannahme: Ein Ausgangszins von vier Prozent und ein Zuschlag von 0,4 Prozentpunkten ergeben 4,4 Prozent Sollzins. Falls ein Anbieter monatliche Zuschläge verwendet, müssen Sie zusätzlich wissen, für welche Monate sie tatsächlich gelten. Aufschlagsfreie Zeiträume oder andere Produktbedingungen können die Rechnung verändern.
Entscheidend ist nicht, ob ein einzelner Aufschlag klein klingt. Ein Angebot mit niedrigem Zuschlag kann durch seinen höheren Ausgangszins insgesamt teurer sein. Vergleichen Sie deshalb den fertigen Kredit bei gleicher Bindung und gleicher Rate. Lassen Sie außerdem erklären, ob neben dem Forward-Preis Bereitstellungszinsen bei einem verspäteten Abruf anfallen können. Der vereinbarte Vorlauf und eine spätere Verzögerung sind unterschiedliche Sachverhalte.
Steigende, gleiche und fallende Zinsen durchrechnen
Niemand kann den künftigen Anschlusszins verbindlich vorhersagen. Für die Entscheidung reicht es, die Folgen verschiedener Szenarien zu kennen. Das folgende Modell verwendet 250.000 Euro Ablöseschuld und einen vereinbarten Forward-Sollzins von 4,5 Prozent. Sämtliche Zinssätze sind frei gewählte Annahmen.
| Später verfügbarer Sollzins | Vergleich zum Forward | Zinsdifferenz auf die Ausgangsschuld pro Monat |
|---|---|---|
| 5,5 Prozent | Forward ist günstiger | rund 208 Euro |
| 4,5 Prozent | Gleicher Sollzins | null Euro |
| 3,5 Prozent | Spätere Finanzierung wäre günstiger | rund 208 Euro |
Die Tabelle zeigt ausschließlich den anfänglichen Zinseffekt: 250.000 Euro mal ein Prozentpunkt, geteilt durch zwölf. Eine Monatsrate enthält zusätzlich Tilgung. Über die Laufzeit verändert sich die Restschuld, weshalb der Betrag nicht einfach mit der Zahl der Jahre multipliziert werden darf.
Lassen Sie für jede Variante vollständige Tilgungspläne erstellen. Halten Sie entweder die Rate oder das Entschuldungsziel konstant. Berücksichtigen Sie auch Wechselkosten und Flexibilität. So wird sichtbar, welchen finanziellen Nachteil Sie bei sinkenden Zinsen akzeptieren und welche Mehrbelastung Sie bei steigenden Zinsen vermeiden würden. Die Antwort sollte in Euro zu Ihrem Haushalt passen.
Die Vereinbarung ist verbindlich
Ein Forward-Darlehen reserviert nicht nur unverbindlich einen Preis. Nach wirksamem Abschluss bestehen vertragliche Pflichten; ein später niedrigerer Marktzins beseitigt sie nicht. Eine Nichtabnahme kann eine Entschädigungsforderung auslösen. Die Produktinformationen der ING verdeutlichen diesen Punkt für ihr Angebot. Maßgeblich bleibt der konkrete Vertrag.
Prüfen Sie daher vor Abschluss, ob ein Verkauf, eine Trennung, ein Umzug oder eine größere vorzeitige Rückzahlung absehbar ist. Eine erwartete Auszahlung aus einem anderen Vermögenswert kann die benötigte Kreditsumme verändern. Fragen Sie schriftlich, wie Änderungen des Ablösebetrags behandelt werden und welcher Spielraum tatsächlich besteht.
Rechnen Sie die Restschuld am künftigen Termin inklusive bereits geplanter Sondertilgungen. Werden diese später nicht geleistet, fehlt möglicherweise Geld für die Ablösung. Werden zusätzliche Sondertilgungen geleistet, kann ein Teil des neuen Kredits unnötig werden. Beides sollte vorab berücksichtigt sein. Eine verbindliche Zinssicherung passt am besten zu einem ausreichend klaren Kreditbedarf; sie ersetzt keine belastbare Planung der nächsten Jahre.
Für wen Planbarkeit besonders wertvoll sein kann
Eine frühzeitige Vereinbarung verdient Aufmerksamkeit, wenn eine hohe Restschuld auf einen Haushalt mit begrenztem Spielraum trifft. Stellen Sie sich die Frage: Welche Rate könnten wir auch bei schwächerem Einkommen dauerhaft tragen? Eine feste Kondition ist nur hilfreich, wenn diese Rate selbst tragbar ist.
Bei einer Finanzierung in Dresden können zusätzlich objektbezogene Ausgaben bevorstehen: eine gemeinschaftliche Dachsanierung bei einer Eigentumswohnung, der Heizungswechsel im Reihenhaus oder eine energetische Modernisierung im Umland. Behalten Sie hierfür Liquidität. Eine maximale Sondertilgung vor der Anschlussfinanzierung kann zwar die Schuld senken, gleichzeitig aber die Reparaturreserve aufbrauchen.
Wer dagegen einen überschaubaren Restbetrag, hohe freie Rücklagen und einen möglichen Verkauf plant, bewertet Flexibilität möglicherweise höher. Daraus folgt kein allgemeiner Rat zum Abwarten. Es bedeutet nur, dass Zinssicherheit und Beweglichkeit unterschiedliche Ziele sind. Rechnen Sie beide bewusst gegeneinander, ohne die Entscheidung allein an einer Marktprognose festzumachen. Dokumentieren Sie, welches Risiko Sie tragen können und welchen Teil Sie vertraglich begrenzen möchten.
Mit einem vollständigen Vergleich entscheiden
Fordern Sie das Angebot der bisherigen Bank und geeignete Alternativen mit identischen Eckdaten an. Ein Forward ist sowohl bei einer Fortsetzung als auch bei einem Bankwechsel denkbar; die konkrete Verfügbarkeit hängt vom Anbieter ab. Die Anschlussfinanzierung liefert den organisatorischen Rahmen.
Prüfen Sie vor einer Unterschrift:
- Bestätigter Ablösetag des bestehenden Kredits.
- Erwartete Restschuld einschließlich geplanter Zahlungen.
- Datum, ab dem die neue Zinsbindung läuft.
- Vollständige Kondition statt ausschließlich ausgewiesenem Zuschlag.
- Folgen eines geänderten Kreditbedarfs oder einer Nichtabnahme.
- Restschuld, Rate und Kosten in mehreren Vergleichsszenarien.
- Unterlagen und Sicherheiten für die rechtzeitige Auszahlung.
Eine tragfähige Entscheidung muss sich auch dann erklären lassen, wenn die Marktzinsen später anders verlaufen. Sie haben dann einen bestimmten Preis für Planungssicherheit akzeptiert, weil diese zu Ihrer Situation passte. Nutzen Sie den Finanzierungsrechner für erste Belastungsszenarien und lassen Sie die Vertragsbedingungen im persönlichen Finanzierungsgespräch anhand Ihrer Unterlagen vergleichen. Ein Angebot ist erst ausreichend geprüft, wenn Preis, Zeitpunkt und Verpflichtungen zusammen verständlich sind.
