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Förderung 9 Min.

KfW 308 Jung kauft Alt: Kredit für Familien

KfW 308 Jung kauft Alt: bis 180.000 € Kredit zu 1,12 % für Familien. Voraussetzungen, Einkommensgrenzen, Sanierungspflicht – einfach erklärt.

Von Vincent Benisch Immobiliardarlehensvermittler (IHK) · Aktualisiert am 28. Juli 2026
Große Familie mit Kindern steht lachend vor der Haustür ihres neuen Zuhauses

Vor ein paar Wochen saß ein Paar aus Dresden-Pieschen bei mir im Büro, zwei Kinder, beide berufstätig. Sie hatten ein Gründerzeithaus in Aussicht – Energieklasse G, Heizung aus den Neunzigern, aber solide Substanz und ein fairer Preis. Ihre erste Frage war nicht der Zins, sondern: „Können wir uns das mit der Sanierung überhaupt leisten?” Meine Antwort: Wenn die Rahmenbedingungen passen, ist genau so ein Objekt ein Fall für KfW 308 Jung kauft Alt – aktuell eines der günstigsten Förderdarlehen, die es in Deutschland gibt. Endkundenzins 1,12 %, bis zu 180.000 € Kredit.

Das Programm hat aber Regeln, die man kennen muss, bevor man sich in ein Haus verliebt. Hier die ehrliche Komplett-Übersicht – alle Zahlen Stand: Juli 2026, Quelle kfw.de.

Was ist KfW 308 „Jung kauft Alt” überhaupt?

Das Programm der staatlichen Förderbank läuft seit dem 3. September 2024 und richtet sich ausschließlich an Familien mit mindestens einem Kind. Die Idee dahinter: Junge Familien sollen energetisch schlechte Bestandsimmobilien kaufen und sanieren – der Staat hilft mit einem zinsgünstigen Kredit beim Kauf. Deshalb auch der Name: Jung kauft Alt.

Gefördert wird der Kauf einer Immobilie mit Energieklasse F, G oder H. Sprich: genau die Häuser, die auf dem Papier abschrecken – unsanierte Altbauten, schlechte Energieausweise, entsprechend günstigere Preise. In Dresden und im Umland gibt es davon mehr, als man denkt, gerade in Pieschen, Mickten, Cotta oder im ländlichen Raum Richtung Meißen.

Neben der Energieklasse gibt es persönliche Voraussetzungen, die Sie alle erfüllen müssen:

  • Ersterwerb: Sie dürfen noch nie Wohneigentum in Deutschland besessen haben.
  • Selbstnutzung: Sie ziehen selbst ein – und bleiben mindestens fünf Jahre.
  • Eigentumsanteil: Ihnen muss mindestens die Hälfte der Immobilie gehören.
  • Einmal pro Person: Die Förderung gibt es nur ein einziges Mal im Leben.

Wie viel Kredit gibt es – und ab wann mehr?

Die Kredithöhe richtet sich nach der Kinderzahl im Haushalt. Aktuell sind es 100.000 € mit einem Kind, 125.000 € mit zwei Kindern und 150.000 € mit drei oder mehr Kindern. Und jetzt die gute Nachricht: Ab dem 3. August 2026 steigen die Summen deutlich – auf 140.000 €, 160.000 € beziehungsweise 180.000 €.

1 Kind · bisher 100.000 € 140.000 €
2 Kinder · bisher 125.000 € 160.000 €
3+ Kinder · bisher 150.000 € 180.000 €

Die Balken zeigen die neuen Beträge ab August 2026, im Label steht jeweils der alte Wert zum Vergleich. Praktisch heißt das: Wer seinen Antrag erst nach dem Stichtag stellt, bekommt je nach Familiengröße 30.000 bis 40.000 € mehr Förderkredit. Da die Bearbeitung ohnehin Zeit braucht, ist das für viele Käufer, die gerade erst anfangen zu suchen, automatisch der relevante Rahmen.

Die Einkommensgrenze: 90.000 € plus 10.000 € je weiterem Kind

KfW 308 ist bewusst für Familien mit mittleren Einkommen gedacht. Entscheidend ist das zu versteuernde Einkommen – nicht das Bruttogehalt. Die Grenze liegt bei 90.000 € im Haushalt, wenn Sie ein Kind haben, und steigt um jeweils 10.000 € für jedes weitere Kind. Mit zwei Kindern sind es also 100.000 €, mit drei Kindern 110.000 €.

Ein Detail, das viele übersehen: Geprüft wird der Durchschnitt des zweiten und dritten Jahres vor Ihrem Antrag. Stellen Sie den Antrag 2026, zählen die Steuerbescheide von 2024 und 2023. Das kann in beide Richtungen wirken – Elternzeit oder Teilzeit in diesen Jahren senkt den Durchschnitt und macht manchen Haushalt überhaupt erst förderfähig. Umgekehrt kann eine Gehaltserhöhung im aktuellen Jahr unproblematisch sein, weil sie noch gar nicht in die Prüfung einfließt. Schauen Sie früh in Ihre Steuerbescheide, bevor Sie sich Hoffnungen machen oder welche vergraben.

1,12 % Zins – mit einer Bedingung: Sanieren in 54 Monaten

Der Endkundenzins liegt seit dem 23. Oktober 2025 bei 1,12 % pro Jahr, bei 35 Jahren Gesamtlaufzeit und zehn Jahren Zinsbindung. Zum Vergleich: Für klassische Bankdarlehen mit zehn Jahren Zinsbindung zahlen Sie aktuell je nach Ausstattung grob das Drei- bis Vierfache. Dieser Abstand ist der eigentliche Grund, warum sich das Programm lohnt.

1,12 % Endkundenzins p. a., 10 Jahre Zinsbindung, 35 Jahre Laufzeit
180.000 € maximaler Kredit ab 08/2026 bei drei oder mehr Kindern
54 Monate Frist für die Sanierung auf Effizienzhaus 85 EE

Aber – und das ist der Punkt, den ich jeder Familie deutlich sage – der Zins ist an eine Verpflichtung gekoppelt. Sie müssen das gekaufte Haus binnen 54 Monaten auf den Standard Effizienzhaus 85 EE sanieren. Das ist ein echter energetischer Sprung: Dämmung, Fenster, Heizung, je nach Objekt auch mehr. Schaffen Sie den Nachweis nicht rechtzeitig, steigt der Zinssatz um 1,00 Prozentpunkt – und zwar nicht erst ab dann, sondern rückwirkend belastet das Ihre Kalkulation spürbar. Aus dem Förderknüller wird dann ein ganz normales Darlehen mit unerledigter Sanierung.

Deshalb meine feste Regel: Unterschreiben Sie keinen Kaufvertrag für ein KfW-308-Objekt, bevor nicht ein Energieberater das Haus gesehen und die Sanierung grob durchkalkuliert hat. Vier Jahre und sechs Monate klingen lang, sind aber schneller um, als man denkt – Handwerkertermine, Genehmigungen und das Leben mit Kindern dazwischen inklusive.

Der wichtigste Punkt: Der Antrag kommt vor den Notar

Wenn Sie aus diesem Artikel nur einen Satz mitnehmen, dann diesen:

Antrag vor dem Notar – sonst ist die Förderung weg

Der KfW-308-Antrag muss zwingend vor dem notariellen Kaufvertrag gestellt werden. Ist der Vertrag erst unterschrieben, gilt das Vorhaben als begonnen – und rückwirkend gibt es nichts. Keine Diskussion, keine Ausnahme.

In der Praxis heißt das: Erst Objekt finden und Förderfähigkeit prüfen, dann den Antrag über die finanzierende Bank stellen, dann zum Notar. Die gute Nachricht: Ein Rücktrittsrecht im Kaufvertrag ist dabei unschädlich, Sie müssen also nicht auf gut Glück zusagen. Die Logik dahinter und die typischen Timing-Fehler habe ich im Artikel KfW-Förderung clever nutzen ausführlich beschrieben – lesen Sie den am besten direkt mit.

Was KfW 308 nicht zahlt: die Sanierung selbst

Ein Missverständnis, das ich fast wöchentlich aufkläre: Der KfW-308-Kredit deckt nur den Kaufpreis ab. Kein einziger Euro davon darf in die Sanierung fließen. Die finanzieren Sie über ein separates Programm – in der Regel über KfW 261 (Wohngebäude – Kredit). Das ist der klassische Sanierungskredit der KfW: bis zu 150.000 € pro Wohneinheit, und weil Sie auf Effizienzhaus-Standard sanieren, kommt ein Tilgungszuschuss von bis zu 35 % obendrauf – maximal 52.500 €, die Sie nicht zurückzahlen müssen.

Damit ergibt sich ein sauberes Dreieck: KfW 308 für den Kauf, KfW 261 für die Sanierung, Ihr klassisches Bankdarlehen für den Rest. Beide KfW-Bausteine laufen über dieselbe Bank, die Anträge müssen aber getrennt und jeweils vor Beginn des jeweiligen Vorhabens gestellt werden – beim 261 also vor der Beauftragung der Handwerker. Mehr zur Einordnung der Programme finden Sie auf unserer Seite zum KfW-Darlehen.

Was dabei gerne vergessen wird: Auch die Kaufnebenkosten in Sachsen – 5,5 % Grunderwerbsteuer, Notar, Grundbuch – kommen weder aus KfW 308 noch aus KfW 261. Die sollten aus Ihrem Eigenkapital stammen.

Für Familien in Dresden: die Kombination mit der SAB

Jetzt wird es für Käufer in Sachsen richtig interessant. Zusätzlich zu den Bundesprogrammen gibt es das Landesprogramm SAB Familienwohnen – ein zinsgünstiges Darlehen des Freistaats für Familien, das sich mit den KfW-Bausteinen kombinieren lässt. KfW 308 fürs Kaufen, KfW 261 fürs Sanieren, SAB als dritter, günstiger Baustein: Genau aus solchen Kombinationen entstehen Finanzierungen, die mit einem reinen Bankdarlehen nicht zu erreichen sind.

Die Details zum Landesprogramm – Einkommensgrenzen, Zinssätze, Selbstnutzungsfristen – habe ich im Artikel SAB Familienwohnen erklärt aufgeschlüsselt. Und wie sich alle Programme in ein reales Dresdner Kaufbeispiel mit konkreten Monatsraten verzahnen, zeigen wir auf unserer Seite zur Immobilienfinanzierung in Dresden – dort finden Sie auch die aktuellen Marktdaten für die Stadt und das Umland.

Meine ehrliche Einschätzung: Für wen lohnt sich KfW 308?

Das Programm ist kein Selbstläufer, aber im richtigen Fall außergewöhnlich stark. Es passt, wenn Sie eine junge Familie mit mittlerem Einkommen sind, noch nie Wohneigentum hatten und ohnehin eine unsanierte Bestandsimmobilie ins Auge fassen – weil die eben günstiger ist und Sie die Sanierung ohnehin geplant hätten. Dann bekommen Sie den Kauf zu 1,12 % finanziert und die Sanierung teilweise geschenkt. Besser geht es auf dem Markt gerade nicht.

Es passt nicht, wenn Sie eigentlich ein schlüsselfertiges Haus suchen, keine Lust auf eine mehrjährige Sanierung haben oder die Einkommensgrenze klar überschreiten. Und eines sollten Sie im Hinterkopf behalten: Die Zinsbindung beträgt zehn Jahre, die Laufzeit 35. Was nach den zehn Jahren mit der Restschuld passiert, hängt vom dann gültigen Zinsniveau ab – dieses Anschlussrisiko haben Sie bei jeder Finanzierung, aber auch hier. Wer die Sanierung zudem nur widerwillig aufschiebt, für den wird aus dem Förderzins ein teurer Kompromiss.


Das Paar aus Pieschen hat übrigens zugeschlagen – mit Energieberater an Bord, Antrag vor dem Notar und einem Sanierungsfahrplan, der die 54 Monate mit Puffer einplant. Wenn Sie ähnlich planen oder einfach wissen wollen, ob Ihre Zahlen zu KfW 308 passen: Wir prüfen Ihre Förderfähigkeit kostenlos, takten die Anträge in der richtigen Reihenfolge und vergleichen dazu über 800 Partnerbanken. Fordern Sie unverbindlich Ihre Finanzierung an – am besten, bevor Sie den ersten Notartermin vereinbaren.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung. Er stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar; Konditionen sind bonitäts- und marktabhängig. Als Immobiliardarlehensvermittler (§ 34i GewO) beraten wir Sie gern persönlich.